Fricktaler Preis 2026

Werner Brogli wurde der 7. Fricktaler Preis verliehen

v.l. Marie-Louise Rüetschi, Rolf Hüsser, Preisträger Werner Brogli, Markus Baumann, Linus Schmid, Carmela Herzog

 

Verleihung des siebten Fricktaler Preises an Werner Brogli, Möhlin

Im Rahmen ihres Stiftungszweckes zeichnet die Stiftung Pro Fricktal in unregelmässigen Abständen Persönlichkeiten aus, die sich in ihrem Leben um das Fricktal und dessen Bevölkerung verdient gemacht haben. Der Preis ist mit CHF 5'000.– dotiert.

Laudatio

Mit dem siebten Fricktaler Preis würdigt die Stiftung Pro Fricktal das jahrzehntelange, akribische archäologische Schaffen von Werner Brogli.

Meine nachfolgenden Ausführungen stelle ich unter den Titel

Neugier, Faszination, Begeisterung, Leidenschaft, Herzblut

Aufgewachsen auf dem Widmatthof in Zeiningen machte Werner Brogli erstmals als Fünfjähriger bei der Arbeit auf dem Feld seine ersten archäologischen Funde. Seitdem begleitet ihn diese Faszination bis zum heutigen Tag.

So kam im Laufe der Jahrzehnte eine Sammlung von rund 25’000 Fundobjekten zusammen, die er der Kantonsarchäologie übergab. Ohne seine Ausdauer und seine Akribie wären wohl das Fricktal, speziell aber die auf einer Hochterrasse gelegenen Äcker des Wallbacher, Zeininger und Möhliner Feldes, nicht zu einer der archäologisch besterforschten Region der Schweiz geworden.

Bis zur professionellen Akzeptanz durch seine wissenschaftliche Zunft ist es für einen ehrenamtlichen Heimatforscher ein langer Weg. So musste auch Werner Brogli lange um seine wissenschaftliche Anerkennung und um seine Sache kämpfen. Erste Meldungen ans Amt wurden nach Augenscheinen vor Ort als uninteressant befunden. Seine Hartnäckigkeit zahlte sich aber schliesslich aus, sodass im Jahre 2022 Kantonsarchäologe Thomas Doppler von einer “systematischen Arbeit, die in dieser Intensität für einen Laien ein weltweit einzigartiges Engagement sein dürfte”, sprach. Dieser bezeichnete auch Broglis Sammlung als grossartig und von höchstem wissenschaftlichem Wert. “Die Funde sind von grosser Bedeutung für den Kanton Aargau und bieten grosses Forschungspotential für die Zukunft.”

Zudem verfasste Werner Brogli unzählige Beiträge in Broschüren und Büchern zu Grabungen und interessanten Entdeckungen. Zudem bringt er sich seit 1974 als Vorstandsmitglied und ehemaliger Präsident auch in der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde aktiv ein und gibt sein immenses Wissen weiter.

Mit seiner ausgeprägten Akribie, seiner Begeisterung und Leidenschaft erlangte Werner Brogli schliesslich auch die Anerkennung, die ihm für sein Wirken gebührt: 2022 wurde er für sein Lebenswerk geehrt, im Dezember 2023 gelangte in Fricks Monti ein 30-minütiger Kurzfilm als filmische Hommage zur Aufführung.

Sicherlich darf erwähnt werden, dass auch Ehefrau Lisbeth stets die Leidenschaft des Preisträgers unterstützte. Es hat sie nie gestört, dass ihr Mann so viel Zeit auf den Feldern verbringt, vielmehr findet sie es toll, dass er diese Leidenschaft ausübt.

Zusammenfassend also Grund genug, dass auch unsere Stiftung heute das Wirken und Schaffen von Werner Brogli mit dem Fricktaler Preis würdigt.

Die Stiftung Pro Fricktal trägt in ihrem Namen den Zusatz “vom Fricktal – fürs Fricktal” und gleichzeitig lässt sich der Stiftungsrat bei seinen Entscheidungen auch vom Ausdruck “s’Härz uf em rächte Fläck” leiten.

Das führt mich nun auch zum “Menschen” Werner Brogli. In seinem Berufsleben war der Preisträger als Lehrer tätig. Die Neugier der Kinder ermöglichte es ihm, ihnen seine Freude und Begeisterung für seine Leidenschaft zu vermitteln und weiterzugeben und die Freude an seinem Beruf zu behalten. Werner Brogli hat das Herz “uf em rächte Fläck” und weiss um seine Grenzen. Im Wissen, den richtigen Mix aus Knochenarbeit und Erholung zu finden, bringt ihm seine Leidenschaft und der damit verbundene Aufenthalt in der Natur den nötigen Ausgleich. Seine quasi angeborene Neugier führte ihn nicht nur zu ausserordentlichen archäologischen Funden, sondern unter anderem auch zum Studium der arabischen Sprache. Auch Kunst interessiert ihn. Bescheiden, beharrlich und akribisch: so verfolgt Werner Brogli auch weiterhin seine Berufung und berichtete mir jüngst in einem persönlichen Schreiben von seinen neusten Entdeckungen, aber auch von seiner Freude über unsere heutige Auszeichnung mit den Worten: “Es ist das Schönste für mich, wenn jetzt die Resultate meiner Forschungen von einer grösseren Öffentlichkeit wahrgenommen werden.”

Es bleibt mir zum Schluss nur noch, Werner Brogli im Namen des Stiftungsrates und aller Anwesenden von ganzem Herzen für sein uneigennütziges Wirken zugunsten des Fricktals zu danken. Wir zollen dem Preisträger Dank und grosse Anerkennung für seine Leistung und gratulieren herzlich zum Fricktaler Preis.

Unsere besten Wünsche begleiten Werner Brogli und seine Ehefrau Lisbeth, in der Hoffnung auf viele weitere Begehungen der Äcker des Wallbacher, Zeininger und Möhliner Feldes mit neuen interessanten Entdeckungen, aber auch für weitere erfüllte gemeinsame Jahre bei bester Gesundheit.

 

Gipf-Oberfrick, 20.08.2026

Für die Stiftung Pro Fricktal

Linus Schmid, Präsident

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